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Die ehemalige Kleinbahn von Kassel nach Naumburg
Die größte Steigung mit 1:35, das sind ca. 29 ‰, befindet sich auf einer Länge von 4,7 Kilometer zwischen Elgershausen und Hoof. 16 Kilometer des Hauptgleises liegen in Kurven, davon überwiegend mit einem Halbmesser von 200 - 300 m.
Streckenkarte Copyright © HESSENCOURRIER e.V. Beim Bahnbau mussten drei von Norden nach Süden verlaufende Höhenzüge umgangen oder an geeigneter Stelle überschritten werden, nämlich der Habichtswald mit dem südlichen Ausläufer Baunsberg, die Langenberge mit dem nördlichen Ausläufer Saukopf und der Höhenzug am linken Elbeufer zwischen Altenstädt und Fritzlar. Um Tunnelbauten zu vermeiden, wurden längere Strecken mit einem Neigungswinkel von 1:35 bis 1:60 notwendig. Der tiefste Punkt der Trasse liegt mit 170 m ü. NN nur 14 Streckenkilometer vom höchsten Punkt mit 403 m ü. NN entfernt. 233 m Höhenunterschied sind also zu überwinden. Bei der Planung war man darauf bedacht, der Bahn einen eigenen Bahnkörper ohne Benutzung von Chausseen oder anderen öffentlichen Wegen zu schaffen. Für alle kreuzenden Wege waren schienengleiche Bahnübergänge ins Auge gefasst. Nur bei Eintreten sehr ungünstiger Rampenverhältnisse sollte eine Über- oder Unterführung des betreffenden Weges erfolgen. Zwischen Baunatal und Großenritte wird das Gleis heute von der Kasseler Straßenbahn und der Eisenbahn gemeinsam befahren. Dazu wurde im Bahnhofsgebäude von Baunatal ein modernes Stellwerk installiert, von dem weitere Strecken mit gemeinsamen Straßenbahnbetrieb überwacht werden. Die Gleisanlagen des Bahnhofs Großenritte wurden vollständig umgebaut. Für die Eisenbahn steht nur noch ein Durchfahrtsgleis zur Verfügung. Die Straßenbahn erhielt eine Wendeschleife und Abstellgleise für die eingesetzten Niederflurbahnen. Der Streckenabschnitt von Elgershausen bis Naumburg war immer wieder von der Stilllegung bedroht. Die wachsende Bedeutung des HESSENCOURRIER für den Tourismus in den Gemeinden an der Strecke und die veränderte verkehrspolitische Lage, die die Gleisabbauten immer schwieriger macht, ließen die Verantwortlichen nach neuen Möglichkeiten der Streckenerhaltung suchen. Der Landkreis Kassel, die Gemeinden Emstal und Naumburg sowie der Verein HESSENCOURRIER versuchten das Land Hessen zur Erhaltung der Trasse zu bewegen. So sagte das Land zu, das marode Elgershäuser Viadukt zu sanieren, falls die Strecke ab Großenritte von einer Betreibergesellschaft (bzw. Verein) übernommen und erhalten würde. Ende März 1992 gelang die Gründung des Vereins "Regionalmuseum Naumburger Kleinbahn e.V.", der von den Anliegergemeinden, dem Kreis Kassel, dem Land Hessen, der KNE und dem Verein HESSENCOURRIER mit Mitteln zur Streckenunterhaltung ausgestattet wurde. Zunächst war der Betrieb als Anschlussbahn, also mit vereinfachten Anforderungen, möglich. Inzwischen ist der HESSENCOURRIER jedoch ein zugelassenes Eisenbahninfrastruktur Unternehmen (EIU) und stellt den Eisenbahnbetriebsleiter. Die Unterhaltung der Gleisanlagen stellt für den Verein jedes Jahr eine große Herausforderung dar. |

